Digi4All

Das Projekt Digi4All verfolgt das Ziel, eine digitale Plattform zu entwickeln, die den barrierefreien Umstieg im öffentlichen Verkehr nachhaltig erleichtert. Im Zentrum steht eine präzise digitale Verortung von Haltepunkten sowie die Bereitstellung dynamischer Echtzeitinformationen über barrierefreie Wege, Aufzüge und alternative Routen.

Die Plattform soll nicht nur Informationen bereitstellen, sondern als interaktives Assistenzsystem fungieren, das individuelle Mobilitätsbedürfnisse berücksichtigt und personalisierte Routenvorschläge generiert. Dadurch wird die Inklusion verbessert, Wartezeiten reduziert und die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs gesteigert.

Auftraggeber: BMK – Mobilitätswende 2024/2

Laufzeit: 01.09.2025 – 31.08.2028

Projektkonsortium: netwiss OG, Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs, TU Wien – Institut für Verkehrswissenschaften, TU Wien – Institut für Technische Informatik, Mobilitätsverbünde Österreich

LOI-Partner: ÖBB-Infrastruktur, Wiener Linien, Wiener Lokalbahnen, ASFINAG, Verkehrsauskunft Österreich, ITS Vienna Region.

Projektbeschreibung: 

Die barrierefreie Gestaltung von Verkehrsknotenpunkten ist entscheidend für gleichberechtigte Mobilität. Dennoch bestehen große Defizite: unpräzise digitale Verortung von Haltepunkten, fehlende dynamische Informationen zu Aufzügen, Rampen und alternativen Wegen, mangelnde Integration in bestehende Apps sowie unzureichende barrierefreie Nutzeroberflächen.

Mit Inkrafttreten des Barrierefreiheitsgesetzes (BaFG, 2025) steigt der Druck auf Betreiber, digitale barrierefreie Lösungen umzusetzen. Digi4All schließt hier eine Lücke durch eine ganzheitliche, multimodale Lösung.

Das Projekt gliedert sich in folgende Bearbeitungsschritte:

AP1 – Projektmanagement: Koordination, Qualitätssicherung, Risikomanagement, Sounding Board, Dissemination.

AP2 – Use-Cases: Erhebung und Analyse von Anforderungen durch Workshops, Befragungen, Feldstudien; Entwicklung von User-Profilen und Datenanforderungskatalogen.

AP3 – Zustandsanalyse: Erhebung des Ist-Zustands, Abgleich mit Soll-Zustand, Identifikation von Lücken und Handlungsbedarf.

AP4 – Datenerfassung und -erhebung: Beschaffung und Aufbereitung statischer und dynamischer Infrastruktur- und Betriebsdaten, Integration von Störungsdaten.

AP5 – Datenverarbeitung: Standardisierte Integration der Daten in bestehende Systeme, sektorenscharfes Routing, barrierefreie digitale Reisebegleitung.

AP6 – Testbetrieb und Evaluation: Prototypische Implementierung und empirische Tests an Verkehrsknotenpunkten, iterative Optimierung basierend auf Nutzerfeedback.

AP7 – Wirtschaftlichkeitsanalyse und Umsetzungsempfehlungen: Analyse der ökonomischen und sozioökonomischen Effekte, Erstellung eines Lastenhefts, Definition von Betreibermodellen und Finanzierungsoptionen.

Erwartete Ergebnisse sind:

– Digitale Plattform für barrierefreies, multimodales Umsteigen

– Echtzeitnavigation inkl. Ausfallinfos zu Aufzügen und barrierefreien Wegen

– Adaptive, personalisierte Routenplanung

– Erhöhung der Selbstständigkeit für mobilitätseingeschränkte Personen

– Effizientere Fahrgastströme, kürzere Haltezeiten, bessere Nutzung bestehender Infrastruktur

Präzise digitale Verortung von Haltepunkten mit sektorscharfem Routing. Integration dynamischer Daten zu Barrierefreiheit und Störungen. Interaktive Assistenzsysteme (Sprachsteuerung, haptische Rückmeldungen, Hochkontrastanzeigen). Partizipative Entwicklung mit divers zusammengesetzten Nutzergruppen. Ganzheitlicher Ansatz über mehrere Verkehrsträger hinweg – im Gegensatz zu bisherigen Insellösungen.Stärkung der Selbstständigkeit für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste. Verbesserte Kundenzufriedenheit durch kürzere Wartezeiten und effizientere Umstiege. Integration der Ergebnisse in Fahrplanauskunftssysteme (z. B. VAO).

Ansprechpartner: DI Dr. Bernhard Rüger