TerminalAufSchiene

TerminalAufSchiene hat zum Ziel, einen bahnbasierten Hub-Zubringerverkehr zu konzipieren, der durch die Verlagerung der am Flughafen zu setzenden Tätigkeiten in den Zug, wie z.B. die Gepäckabgabe, einen deutlichen Attraktivitätsschub erzeugt, der es auch Airlines erlaubt, ohne Sorge vor Passagierverlusten, Zubringerflüge zu ersetzen.

Auftraggeber: bmvit, Take Off, Ausschreibung 2015

Laufzeit: Juli 2016 bis Juni 2017 (12 Monate)

Projektpartner: Fachhochschule Joanneum Graz GesmbH; Technische Universität Wien, Institut für Verkehrswissenschaften; Fachhochschule Oberösterreich GesmbH; Fachhochschule St.Pölten GesmbH; Austrian Airlines AG; Flughafen Wien AG; Siemens AG Österreich; ÖBB Personenverkehr AG; Promotion&Co

LOI-Partner: DLR – Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt; Flughafen Salzburg AG; Westbahn GesmbH; SBB – Schweizerische Bundesbahnen; Verband der Bahnindustrie; ÖAR- Dachorganisation der Behindertenverbände Österreichs; newrail – Newcastle University

Projektbeschreibung: Aus ökologischen und wirtschaftlichen Gründen gibt es Kooperationen zwischen Fluglinien und Bahnen, um oftmals defizitäre Kurzstreckenzubringerflüge durch Züge zu ersetzen. Diese Kooperationen schöpfen jedoch nicht das volle Potential aus, da sie vielfach nicht ausreichend attraktiv sind, weshalb Airlines aus Sorge vor Passagierverlusten weiterhin Kurzstreckenzubringerflüge anbieten. Aktuell gibt es z.B. keine Möglichkeit, Gepäck bei Flugreisen während der Flughafenanreise an geeigneter Stelle abzugeben (mit Ausnahme weniger urbaner Zubringerzüge wie der CAT in Wien). Für 80% der Reisenden ist jedoch der Gepäcktransport ein wesentlicher Grund, nicht die Bahn zu wählen. Nicht vorhandene Serviceleistungen rund um den Gepäcktransport führen dazu, dass ein Großteil der Fluggäste mit dem Auto zum Flughafen fährt oder Zubringerflüge bevorzugt.

Für zwei Drittel der Passagiere hätte jedoch die Möglichkeit, Gepäck unmittelbar im Zubringerzug abgeben zu können, einen entsprechenden Einfluss auf das Modal-Split-Verhalten und wäre ein wesentlicher Anreiz, die Bahn als Hub-Zubringer zu akzeptieren. Ziel von TerminalAufSchiene ist es, die Möglichkeiten für ein Flughafenzubringersystem auf der Bahn unter besonderer Berücksichtigung aller technisch-logistischen Herausforderungen hinsichtlich der möglichen Gepäckabgabe im Zug und an der Schnittstelle zum Flughafen zu untersuchen. Es sollen möglichst viele der am Flughafen zu setzenden Aktivitäten in den Zug verlagert werden, um die Anreisezeit effizient zu nutzen und die Attraktivität zu steigern. Ziel des vorliegenden Sondierungsprojektes ist es dabei, vor einer etwaigen Umsetzung die technische, rechtliche und wirtschaftliche Machbarkeit zu bewerten.

Im Projekt wurden alle gegebenen Randbedingungen der Systeme „Luftfahrt“ und „Eisenbahn“ sowie mittels Befragungen vertieft die Anforderungen aus der Sicht potentieller NutzerInnen an ein entsprechendes System definiert und darauf aufbauend unter Nutzung bestehender fachlicher Exzellenzen im Konsortium ein entsprechendes Gesamtsystem für Hub-Zubringer konzipiert und evaluiert. Ergebnis & Mehrwert von TerminalAufSchiene ist es, nach einer möglichen zukünftigen Entwicklung und Umsetzung, ein attraktives Hub-Zubringersystem unter Nutzung eines dichten, bereits vorhandenen Bahnnetzes zu haben. Das wesentliche Attraktivitätsmerkmal ist der Zeitvorteil, welcher darin besteht, dass für Flugpassagiere zeitintensive Prozesse wie die Gepäckabgabe bereits während der Anreise vorbereitet beziehungsweise durchgeführt werden können. Mehrwert des Sondierungsprojektes ist es klare Aussagen über die Machbarkeit zu treffen und für alle derzeit nicht umsetzbaren Maßnahmen, Alternativvorschläge sowie konkrete Strategien für weitere erforderliche Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten zu erlangen.

Ansprechpartner: DI Dr. Bernhard Rüger